Krafttraining

„Kraft ist die Fähigkeit des Nerv-Muskel-Systems, durch Innervations- und Stoffwechselprozesse Muskelkontraktionen mit mehr als 30% des individuellen Kraftmaximums durchzuführen und dabei Widerstände zu überwinden, ihnen nachzugeben oder sie zu halten.[1]

Krafttraining wird lange nicht mehr nur als ein Sport für Muskelpakete und für Männer angesehen. Es hat viele Facetten und kann unterschiedlichen Zielen angepasst werden. Es erhöht die körperlichen Leistungsreserven, stärkt den Körper und kann somit auch das körperliche Wohlbefinden verbessern. Laut dem Fitnessunternehmen Werner Kieser existiert in der heutigen Gesellschaft kein richtiger Stress oder Bewegungsmangel. Das Problem ist der chronische Mangel an Widerstand, den man beim Krafttraining erhalten kann. Durch ihn wirkt das Training effektiv, es schafft eine gute Körperhaltung, einen stärkeren Körper, was die Abbauvorgänge im höheren Alter minimieren oder auch stoppen kann.[2] 

[1] Friedrich Wolfgang, Optimales Sportwissen: Grundlagen der Sporttheorie und Sportpraxis für die Schule, 2007, S.139

[2] Kieser Werner, Krafttraining, Niedernhausen 1995, S.8

Vorteile

Muskelkraft ist sehr wichtig, denn ohne sie wäre es nicht möglich sich zu bewegen. Die Muskeln schaffen einen guten, straffen Körper, was bei vielen Menschen ein höheres Selbstbewusstsein und ein Gefühl von Stärke hervorruft. Bei einigen Sportarten, wie Tennis oder Fußball, entstehen durch die Einseitigkeit Dysbalancen. Aufgrund der wiederkehrenden Bewegungsabläufe werden einige Muskeln ständig beansprucht und somit stärker, andere wiederum werden vernachlässigt. Dieses Ungleichgewicht kann sich negativ auf die Gelenke und Knochen auswirken. Es kann viele Schmerzen verursachen und schadet somit dem Körper. Auch in solchen Fällen kann zusätzliches Krafttraining sich positiv auswirken und die Beschwerden verbessern oder sogar beseitigen.[1] Rund 80% der Menschen leiden unter Rückenschmerzen, was meistens auf die zu schwache Rückenmuskulatur zurückzuführen ist. Krafttraining ist sehr gut dafür geeignet diese zu stärken und somit die Schmerzen zu ersparen. Auch der aufrechte Gang wird gefördert, was durch die gerade Haltung beim Training übernommen wird.[2] Eine gerade Haltung ist vor allem in der Zeit der Technik sehr wichtig, da viel am Computer gearbeitet wird und somit die krumme Haltung schnell in den Alltag übernommen wird. Krafttraining ist in der Rehabilitation ebenfalls sehr wichtig, denn es stimuliert den Aufbaustoffwechsel. Es ist möglich einzelne Muskelgruppen zu trainieren, sodass auch Menschen mit Beeinträchtigungen oder Verletzungen an bestimmten Körperstellen, andere gesunde Stellen trainieren können. Die Dichte des Körpergewebes erhöht sich und die Knochen werden stärker, was Verletzungen abschwächen bzw. schneller verheilen lassen kann. Mit dem Krafttraining wird auch für die Zukunft vorgesorgt, wenn es regelmäßig praktiziert und in den Alltag integriert wird, denn es kann Krankheiten wie Osteoporose verhindern. Ein weiterer Vorteil der Muskeln, die beim Training aufgebaut werden, ist der schnellere Körperfettabbau. Muskeln lassen selbst ohne Aktivität mehr Kalorien verbrennen, sodass sich der Grundumsatz an Kalorien (also die Anzahl an Kalorien, die ein Mensch an einem Tag ohne Bewegung verbrennt) erhöht. Dies bedeutet keinesfalls, dass es ausreicht Muskeln aufzubauen, sodass diese dann Kalorien verbrennen und es nicht mehr nötig ist sich körperlich zu betätigen. Muskeln können sich ohne ausreichende Bewegung recht schnell zurückbilden, weshalb ein tägliches Training für den Erhalt dieser stark von Vorteil ist.

[1] Lindemann Martin, Die Schwache Seite der starken Sportler, in: Saarbrücker Zeitung, 27.04.2012, S.D4

[2]Kieser Werner, Krafttraining, Niedernhausen 1995, S.10-11

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